Schröpfen – bei nach innen verschobenen Wirbeln

 


Wirbel können nicht nur seitlich verrutschen, sondern auch nach innen „gleiten“ und sich so dreidimensional verschieben. Häufig passiert das nach Traumen wie Autounfall oder Sturz, aber auch durch ruckartigen Druck auf die Wirbelkörper von oben („Einrenken“ in Bauchlage).

Dies führt nicht nur zu einer physiologisch energetischen Unterversorgung der inneren Organe, sondern auch zu einem „Schock“ auf Rückenmarksebene, welchen das Gehirn im cortikalen Bereich und im limbischen System speichert. Als Folge zieht sich der Wirbelkörper über die Verspannungen der am Dornfortsatz ansetzenden Muskelzüge „nach innen“.

So kann z.B. ein nach innen gezogener (ventralisierter) 3. Brustwirbel über einen längeren Zeitraum hinweg zu Atemproblemen oder gar Asthma führen: Die vom Rückenmark aus zur Lunge führenden Nervenverästelungen erhalten Fehlinformationen, was schließlich zu einer Unterversorgung des Organs führt. Das Rückenmark als Informationsspeicher, welches mit den o.g. Arealen des Gehirns im ständigen Austausch steht, merkt sich derartige Eingriffe an der Wirbelsäule.

Sind z.B. mehrere Wirbel der Lendenwirbelsäule nach innen gerutscht, so spricht man von einem Hohlkreuz. Diese ventralisierten Wirbelkörper begünstigen also diese Fehlhaltung. Um solch ein Hohlkreuz dauerhaft auszugleichen, sollte auf jeden Fall neben dem Wirbelsäulenschröpfen auch die Bauchmuskulatur und die tiefen Band- und Muskelstrukturen, z.B. durch Übungen aus STR® gekräftigt werden um einen muskulären Halt zu gewährleisten. Natürlich muss auch verkürzte Muskulatur, hier vornehmlich der Hüftbeuger (M.Iliopsoas), gedehnt, bzw. mit Sensomatics® neuprogrammiert werden.

Bei Gelenkproblemen empfiehlt es sich immer, bei Bedarf den dazugehörigen Wirbel mit der Dorn-Methode und/oder Schröpfen zu behandeln. Z.B. kann bei Schmerzen im Kniegelenk ein seitlich oder nach innen verschobener 3. Lendenwirbel Mitursache sein. Wenn beide Extremitäten betroffen sind, ist dafür meistens ein nach innen verschobener Wirbelkörper verantwortlich, der auch noch zusätzlich seitlich verschoben sein kann. In solchem Falle treten die Schmerzen auf einer Seite verstärkt auf.

Nach innen verschobene Wirbel deuten oft auf einen emotional- mentalen Rückzug des Patienten in den zu dem Wirbel gehörenden psychischen bzw. emotionalen Bereich hin.

Häufig ist es so, dass, obwohl emotionale Blockaden schon lange gelöst sind, diese noch im physischen Körper weiter wirken und ihn schwächen. Hier reichen im Allgemeinen 2-4 Behandlungen aus.

 

Anmerkung:

Wir sprechen hier auch nur von nach innen verschobenen Wirbeln und nicht reinen „Gleitwirbeln“, welche im Verhältnis zu den ventralisierten Wirbeln, die wir behandeln, eher selten vorkommen und bei jungen Menschen so gut wie gar nicht anzutreffen sind. Bei Gleitwirbeln kommt es in manchen, schwereren Fällen zu Einbrüchen an den so genannten „Facettengelenken“. Der Wirbel kann sich deshalb nicht mehr in seiner ursprünglichen Position halten.

 

Behandlung der ventralisierten Wirbelkörper:

Der Patient legt sich mit dem Bauch auf die Behandlungsliege. Bei verspannter Rückenstreckermuskulatur vorab z.B. die Schütteltechnik nach Prof. Lewit durchführen (siehe Dornbuch, „Der sanfte Weg zur Mitte“ und „STR® Anwenderbuch“), um ein seitliches Verschieben der Gläser zu vermeiden. Das Schröpfglas – unbedingt manuell – auf den oder die nach innen verschobenen Wirbel aufsetzen, einen Unterdruck erzeugen, indem man 1 bis 3 mal pumpt, und dann ca. 6 bis maximal 12 Minuten je nach Stadium wirken lassen.

Der Wirbel folgt der Sogwirkung des Zuges. Diese Sogwirkung sollte unbedingt gleichmäßig geschehen, also mit gleich bleibendem Unterdruck, da sonst erneut falsche Signale an das Rückenmark gesendet werden. Deshalb keine elektrischen Schröpfgeräte verwenden. Die Folge davon wäre, dass der Wirbel wieder nach innen rutscht. Auch sollte nicht „heiß“ geschröpft werden, da sich dabei der Sog nicht so einfach regulieren ließe.

Die Gläser verbleiben in der Regel zwischen 6-12 Minuten auf dem Gewebe. Bei Kindern kürzer und bei Erwachsenen etwas länger.

Falls das Glas nach dem Aufsetzen auf den verschobenen Wirbel seitlich verrutscht, kann man versuchen das Glas manuell etwas auf die andere Seite anzuheben, so dass sich etwas mehr Haut der Gegenseite in das Glas einzieht und das Glas wieder in die Mitte rutscht.

Das nach dem Schröpfen entstandene Ödem, das sich später oft zu einem blauen Fleck entwickelt, übt zusätzlich eine zentralisierte Sogwirkung auf den Wirbel aus. Wenn der Wirbel wieder in der korrekten Position ist, nachsehen, ob er auch gerade steht und gegebenenfalls nach Dorn vorsichtig korrigieren.

Also bei nach innen verschobenen Wirbelkörpern immer erst schröpfen, dann korrigieren.

Den Patienten auf eventuelles Lösen emotionaler Blockaden aufmerksam machen, die dazugehörigen Zusammenhänge mit den Wirbelkörpergebieten kurz durchsprechen und abklären.

Durch bewusstes Loslassen dieser Blockaden wird ein Reinigungsprozess sowohl auf körperlicher als auch auf seelischer Ebene in Gang gesetzt.

Durch den Ausgeich der Muskel- und Bandstrukturen und das Lösen der faszialen Blockaden durch das Wirbelschröpfen bleibt zumeist der Wirbel nach 2-4 Behandlungen in der korrekten Position.

Das Ödem hält oft 1-2 Tage, die „blauen Flecken“ 7-10 Tage an. Sie werden benötigt, um das Zellgedächtnis zu aktivieren und die Informationen der „Umprogrammierung“ für die Zellen zu verstärken.

Geschröpft wird deshalb erst wieder, wenn die „blauen Flecken“ nahezu verschwunden sind.

Auch nach dem Schröpfen ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, viel zu trinken. Am besten sofort nach der Behandlung ein Glas heißes Wasser schluckweise zu sich nehmen, um durch die darauf folgende Vasodilatation (Gefäßerweiterung) gelöste Schlacken aus dem Körper zu schwemmen.

Zwei Tage lang sollte schweres Heben vermieden und noch mehr darauf geachtet werden, beim Bücken in die Knie zu gehen.

Blaue Flecken nach dem Schröpfen sind völlig normal.

 

Kontraindikationen: 

  1. Wirbelkörpertumore
  2. Schwangerschaft ab 6. Woche
  3. Starke Herzinsuffizienz
  4. Lungenemphysem
  5. Osteoporose im fortgeschrittenen Stadium
  6. Cortisongabe mit Papierhaut

 

Bei Kindern:

  1. Behandlungsdauer max. 6-8 Minuten
  2. Höchstens 2-mal anziehen.

 


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Der Autor:

Gamal Raslan

 

Fortbildungszentrum für:

STR®-Schmerztherapie nach Raslan, Dornmethode, Sensomatics®, Wirbelschröpfen nach Raslan

 

Joh.-G.-Gademannstr. 4

97424 Schweinfurt

Tel. 097 21/78 22 50

www.gamalraslan.de

E-Mail: kontakt@gamalraslan.de

 

Quellenangabe:

Gamal Raslan: Der Sanfte Weg zur Mitte: Die Dorn-Methode,
Aurum in J. Kamphausen, ISBN 978-3-89901-018-3

Gamal Raslan: Dorn-Atlas, Mediengruppe Oberfranken,

ISBN 978-3-947566-73-0